D Spale am Drummeli 2015: Sambre et Meuse

D Spale am Drummeli 2015: Sambre et Meuse

           

Drummeli 2015

Am dasjöörige Drummeli spilt d Spale Clique d‘ „Sambre et Meuse“ e Militärmarsch, ursprünglich komponiert vom Robert Planquette. Fir d Pfyffer umgschrybe hets dr Robert Juen, dr Drummeltext stammt vom Männi Bender. Agsichts vo dr ganze Gwalt uff däre Wält und täglich neue Schreckensmäldige het d Spale aber nit in militärische Uniforme welle uff d‘ Bihni stoh. Stattdesse stöhn mir eso wie d‘ Natur uns gschaffe het – nackt – uff dr Drummeli Bihni. Wäre alli Mensche e biz glycher und gäbts keini Hierarchie, wo durch Uniforme usdruckt wärde, so wär d‘ Wält doch biz e friedlichere Platz..

Video vom Uftritt

(gfilmt hän dr Alù und dr Matthias)

Dr Ytraag im Programmheft

Kleider machen Leute. Uniformen: Machthaber, Soldaten, Polizisten, Banker, Ärzte, etc. pp. Der uniforme, einheitliche Auftritt unterstreicht optisch die Wichtigkeit der Person. Doch ohne schmückende, schützende, schamverdeckende Hülle, mit der wir uns abgrenzen und von anderen abheben, sind wir alle gleich. Abgesehen von kleinen Details. Sie wissen schon. Wären wir also alle nackt, wären signifikante Unterschiede wie Rangordnung, Status und gesellschaftliche Zugehörigkeit ein Klacks. Der Erfolgs- und Wohlstandsbarometer gleich Null. Fazit der Spale: eine fudiblutte Menschheit würde sich nicht die Blösse geben, sich zu bekriegen.

Inspiriert vom US-amerikanischen Fotografen Spencer Tunick setzt die Spale auf ein Kollektiv, wie Gott es schuf. Zumindest fast. Tunick macht mit seinen provokativen, temporären Installationen aus fröstelnden Frauen und Männern auf nackte Tatsachen aufmerksam, prangert auf dem Aletschgletscher den Klimawandel an, oder wirbt vor dem Opernhaus von Sidney für eine freie, gleiche Gesellschaft in Australien. Die Basler Fasnachts-Clique will nun mit Kämpfern, die schutzlos den klassischen Militärmarsch Sambre et Meuse intonieren, der global grassierenden Gewalt Einhalt gebieten. Schluss mit täglichen Horrormeldungen! Vorwärts, marsch!

Kritike

D‘ Tageswuche schrybt:

[…] die Spale [wählte] mit ihrem (sauber gespielten) «Sambre et Meuse» – auch dieser Marsch stammt ursprünglich aus dem belgischen Armee-Repertoire – einen ganz anderen Ansatz. Sie traten als Demonstration gegen die uniformierte Gewalt nackt (beziehungsweise in Nackt-Kostümen) auf.

Nit alli hän dr Uftritt glych guet gfunde. So schrybt dr André Auderset uff fasnacht.ch:

Die Spale-Clique 1927 intoniert, inspiriert vom amerikanischen Fotografen Spencer Tunick (das ist der, der jeweils Massen von nackten Menschen ablichtet) “Sambre et Meuse”, dass heisst: hier eher “Pimmel und Mösen”, denn die ganze Clique spielt in Bodysuits mit aufgesetzten primären Geschlechtsmerkmalen. Auch in diesem Fall liefert nur der Blick ins Programmheft eine Deutung: Wenn alle nackt wären, so gäbe es keine Hierarchien und alles wäre gut… Persönliche Meinung: Schlicht dégoutant!

P.S.: Wär „dégoutant“ nit kennt, findet unter däm Link d‘ Ybersetzigsmeeglichkeite. Mir verzichte uff e Abdruck an däre Stell.

telebasel_drummeli15Au im Telebasel Bricht im 7vor7 vom Sunntig, 8.2. hämr Erwähnig gfunde (danggscheen Céline 😉 )

Ab Minute 13:50 gits dr Drummeli-Bricht, aschliessend es paar Stimme uss em Foyer (joo, au dr Herr mit „dégoutant“ sait sini Meinig in d‘ Kamera vo Telebasel…)

No meh Bilder vom Alù