Stamm Fasnacht 07 – Germanager

Stamm Fasnacht 07 – Germanager

           

Vorspiel: nagt an CH-Arbeitsplätzen
Requisit: ist tot
Leuchtkörper: eine karnevalistische Nagerei
Flötenspieler: nagen an CH-Löhnen
Trommelvorsteher: lässt kräftig nagen
Trommler: nagen am CH-Selbstwertgefühl

Die Fasnacht ist abgeschlossen und versorgt, ein jeder hat sich über das Wetterglück am Zapfenstreich und am Mitttwoch gefreut und ist nun wieder im Getriebe der anderen Welt angelangt.. die Verordnungen, Reglemente und Einschränkungen sind wieder aktiv, wie wir am Donnerstag in der Früh zu spühren bekamen..  Larven, ob beschädigt oder nicht wurden vom Reinigungsdienst entsorgt und die ehemalige Fasnachtsbaiz „Hotel Basel“ schmiss um 6 Uhr und ein paar Minuten, den letzten Fasnächtler auf die Strasse.. man hätte ihnen die Rückseite unseres Leuchtkörpers als Wanderpokal übergeben sollen…

Nochmals ein wenig Fasnachtsluft riechen kann man nun in Text, Film und Bild..  sehr empfehlenswert sind die Webblogs welche jeweils unter den zum Faschingstag passenden Fotos zu lesen sind.. sie wurden von unserem Obernager aus einer grösseren financial management Firma verfasst.. die scheinen weiterhin an ihren Übernahmeangebote welche sie uns am  Spaledörli 07 unterbreiteten festzuhalten!!!!!

viel Spass

  1. Bilder vo dr Germanagerfasnacht
  2. Germanager – Sujet in e paar Wort
  3. Zeedel
  4. Fasnachtsvideo
  5. Retorisches vom Hämpfeli

Bilder vo dr Dummyfasnacht

Sujet 07- Germanager in e paar Wort

Es war einmal vor vielen, vielen Jahren, mitten in Europa, umgeben von Dauerschwätzern und Schneckenfressern ein kleines Land, welches sich erfolgreich der Übernahme durch die europäische Union wiedersetzte. Seit Menschengedenken schon versuchten gothische Stammesführer, preussische Generäle, wahnwitzige Diktatoren und korrupte Politiker das kleine Land einzunehmen um sich an den Billiarden von Geldscheinen auf anonymen Nummernkonten zu bereichern. Bisher konnten jegliche Angriffe durch den wohltuenden Gestank von Käsesuppe und die allgemeine Neutralität erfolgreich abgewehrt werden…

Doch nun verfolgte man im Land des ewigen Redens eine neue Taktik. Heerscharen von studierten Schreibtischtätern wurden auf die wehrlosen Unternehmen des kleinen Landes losgelassen. Banker in Nadelstreifen-Anzügen mit Armani-Krawatten und Krokodilleder-Aktenkoffern wurden in die Top-Positionen der Wirtschaft gehievt. Manager stiegen aus silberfarbenen Limousinen um sich Firmen unter den Nagel zu reissen. Currywurst fressende Nagetiere sägten an den Stühlen von alteingesessenen Patrons und verdrängten auf penetrante Art und Weise das eidgenössische Middle-Management aus seinen Positionen…

 spale 07 – germanager
im ewigen Kampf gegen Mäuse, Ratten und andere Grossdeutsche Nagetiere!

Zeedel 07: Germanager

An däre Stell merci unserem Zeedeldichter Werni Laubi

D Germanager – s Wort duet s saage –
gheere zu de Dier, wo naage,
wo schaffig sin und ummejaage,
bevor der nej Daag afoot daage
und wo, sofäärn sii d Bai no draage,
im Schutten alli iberrage.
D Männli, in de Läderärsch,
marschiere gärn im Taggt vo Märsch.
D Wyybli hänn zwai nätti Zepfli,
und alli ässe Kruut und Knepfli.
Sii suffe, nitt wie andri Dier,
Wasser, sondern Gärschtebier.

Emoll hänn under Eichedisch
am Fescht, wo im Oktober isch,
sii im Gebirg Hartz IV bi Nacht
e ganz e wieschti Orgie gmacht.
Dert hänn sii sich bim Ruune-Pfaal,
rächts vom Parzifaal sym Graal,
mit de Walküre zämmegfunde
und sich mit dänen äng verbunde.
Was uusekoo isch bi däm Bogge,
hett blaui Auge gha und blondi Logge
und e Gscheythaits-Quotiänt
vo 110 (plus finf Prozänt).
Soo sin bald iber alli Klasse
d Germanager d Heerre-Rasse.
Dää, wo si fiehrt, läbbt vegetarisch,
und alli riefe: „Mir sin arisch.“
Mit däm Ruef hänn sii zwaimool gwunne:
In Hinterzarte gege d Hunne;
au isch en e bim Hinterhalt
im dunggle Teutoburger Wald
der Quinti Varus, halber bsoffe
prezyys ins Gläbbergässli gloffe.
Der Spruch, wo sii im Kampf duet stergge,
kaa jedes Kind sich sofort mergge:
„Aus Walhallas Hallen hall es:
Germanager über alles!“

Doch s Luftschloss vo der Grossryych-Macht
isch allbott wiider zämmegracht.
Drum dien sii d Wält, statt mit Marschiere,
jetz als Tourischten annektiere,
und will sii Glotz hänn, hänn sii bald
s Tessin und d Adria in der Gwalt.
Dernoo geen sii uff d Baleare,
verbraite sich uff de Kanare;
z Nairobi noon ere Safari
und au uff Bali (im Balari),
duet ihre Song vyylstimmig klinge,
wenn sii am Laufband „Bier her!“ singe.

Doch pletzlig isch das Wirtschaftswunder
nytt mee wäärt und alte Plunder.
Doch statt z verzaage heersch sii saage:
“Miir mien im Business wyternaage,
und unser Vorbild isch d Frau Thatcher,
drum haisse mir jetz Germanager!
Mir geen in d Schwoiz noi! Dert kaasch fyyre:
der Zaaldaag hooch und niider d Styyre,
weenig Nyyd, nitt bürokratisch
und s Land no immer demokratisch.
Und usserdäm hänn mir vor Joore
unsrem Fiehrer hailig gschwoore:
Die Schweiz, das kleine Stachelschwein,
das nehmen wir im Rückzug ein.“

So wie sii sich in jedi Lugge,
an Stränd und Schiilift yynedrugge,
– zwor steen sii zerscht no hinden aa,
doch, ruck-zuck, sin sii vornedraa –
so wird an Schwyzer Chef-Stiehl gnaggt,
bis dää, wo druffsitzt, zämmesaggt.
Bald hogge sii mit hooche Gage
in de heggschte Chef-Etage
vo Handel, Hochschuel, Industrie.
Sii saggen iire Bonus yy
und sinn am Zaaldaag gmachti Lytt:
doo hänn sii s Dopplet, dusse nytt.
Sii machen au im Färnsee s Renne,
will sii so gschliffe Hoochdytsch kenne.
Zwoor: gschejter sin sii nitt und häller,
s ainzig isch: Sii schnuure schnäller,
und bis d bim Schnuure noochkoo bisch,
isch s ganze Gschnuur scho unterem Disch.
Sii saage Cash und wisse nitt
dass s Stitz, Stai, Glotz und Glütter gitt,
und wenn sii s doch probiere z saage,
no schloot ys d Usssprooch uff der Maage.
Doo druff isch d Idee Suisse scho grischtet:
der Dialäggt wird uusegmischtet,
und d Värslibrinzler mien s bald richte
und d Zeedel in der Hoochsprooch dichte.

Und wäge däne Nager-Rueche,
mien d Schwyzer d Stell im Outback sueche:
zem Byyspyyl in der Freje Strooss
mit eme Karton: arbetsloos.
D Chefmanager vo Novartis
geen an d Kundewiehnacht-Parties.
Der Ospel, Hayek und Vasella
intonieren a capella
in der Innerstadt als Trio
Es war einmal und Lago mio.
En andere goot als Orgelemännli,
verkauft im Winter Wiehnachtsdännli,
und froggt sich, was mir dummi Sieche
ooni d Germanager mieche.

Fasnachtsvideo

Retorischesvom Hämpfeli

Rosenmontag

Am halber zwelfi fangs vom Morgestraich heime ko, schnäll go dusche, Goschdyym wäggsle und e Täller Spaghetti yynebyyge. Larve mitnäh und ab uf d Gass. Am Noodlebärg no 2 Pfyffer ufgablet und scho gohts in Richtig Clarastrooss. Eimol quer durch d Stadt. Iberall gsehsch wieder Zugsgoschdyym. Wääge wo dien Material laade und die allerletschte Fasnächtler mit Kopfladäärnli (Dupf Club usgnoh). Es isch no trogge…

In dr Clarastrooss denn ei Ratte näbe dr andere. Kum isch d Lampe mit dr gröschte Rosette uf Ärde yytroffe kunnts ko schiffe. Schyssdrägg! S Fäll am Goschdyym wird richtig grusig und es druggt uf d Stimmig. Yystoh! Es goht in Richtig Mäss Basel. Kum bisch am Riechering um dr Egge het au dr Petrus wieder Erbarme! E Bierli näh, denn wyters in Richtig Glogge. E Pfyffere het no Geburtsdaag – häbbi börsdey! Prosecco und Kueche! Wyters in Richtig Steinebärg und denn zur Spalungge. Dernoh zem Nachtässe in d Kasärne hindere – immer wieder emol mit lychtem Rääge.

Am Rugge ziehts e bitzeli während em Nachtässe, aber dasch au egal. Gschnätzlets mit Spätzli, derzue Schwoobelieder in wahnsinniger Lutstärki und em Dessert e Crèmeschnitte! …Crèmeschnitte! Es git an Fasnacht glaub nyt geilers als e Crèmeschnitte zem Dessert!
Denn wieder use und go gässle. Eifach scheen! E bitzeli Wind, d Fiess kämpfe sich durch dr Räpplimatsch und es ruesst wie wenn 100 Damboure wurde ko. BaMa… Copain… Post… wie jedes Joor eifach nur scheen. Wo de au ahne kunsch wird d Lampe belageret. Es fahrt halt nit jedi Clique mit sonere Rosette durch d Strooss. E unaständigi Lampe… sehr unaständig! Aber unaständig uf hochem Niveau!

Irgendwenn in de friehe Morgestunde vom 27. Hornig verlauft sichs denn. E Kappe voll Pfuus näh – am Zyschtig am Morge am 9i isch scho wieder Drummle agseit…

Weiberfasching

FaZy… nach em Pflichtprogramm ändlig d Kür! Ufstoh irgendwenn uf die halber achti, schnäll unter d Duschi und scho e paar Minute spöter sin die erschte Damboure awäsend. Es git suuri Lääberli. E Idee vomene Vorträbler… gruuuusig!

Denn pingtligg am 9i vor em Schnabel s erschte Bier bikoh. Dr Laschtwage vom Fäldschlössli bringt grad dr Nochschub fir dr Zyschtig… elaige 24 Fass Bier (à 50l). D Stadt verwacht langsam, aber so richtig Fasnacht isch nonig. Kasch kurzi, schnälli Rundene mache. Vor allem kurz isch wichtig, well so richtig wach isch eigentlich no niemerts. Vom Gifthüttli zem Hotel B. Vom Hotel B zem Mutz. Vom Mutz uf dr Minschterplatz. D Rosette stoht scheen dert wo me sie möglichscht nit gseht – ganz hinde bim Gymnasium Minschterplatz. S het doch niemerts dr Muet gha, die Lampe in die erschti Reihe z stelle…

Es windet lyycht, drum schnäll ins Zält ebbis go schnabbe. Denn kurz nach de zwölfi in Richtig Stadthof in d Brötlibar. So langsam gits Lääbe. Wääge und Wäägeli iberall. Kinder mit de Eltere. Kinder ohni Eltere. Klassischi Goschdyym. Futuristischi Goschdyym. Scheeni Goschdyym. Grusigi Goschdyym. Halt eifach Zyschtig. Wenn nit wieder miesstisch yystoh denn wurdsch am liebschte am Stroosserand sitze und eifach nur gniesse!
Denn am eins kemme irgendwenn au d Pfyffer und gmeinsam gohts wyter quer durch d Stadt. Es glepft rächt aständig! E Apéro am Heubärg bimene Pfyffer-Mami. E Apéro in dr Spalungge mit viiieeel dytscher Musig. Denn zem Nachtässe in Richtig Claraplatz… as die Gugge aber au unbedingt denn ihre Stärnmarsch mien durefiehre, wenn mir au iber d Brugg wänn laufe…

Nach euro-asiatische Mini-Portiönli gohts wieder uf d Gass. Au s Glaibasel het sy Reiz… e ständigs pändle zwüsche Adler und Fischerstuebe. Dert gsehsch wieder zwei Pfyffer, do triffsch wieder drei Damboure und uf em Wääg zem näggschte Halt laufsch emene Vordrääbler iber dr Wääg. D Stadt isch voll vo Spalemer. So geil!

Spalunggerundi am zwölfi mit ebbe 500 Mitwirkende. Scheen langsam. Feschtspiel. Rossignol. Dudelsagg… was kas scheeners gäh? Irgendwenn am Morge am zwei hoggsch uf enere Stääge am Noodlebärg und gniessisch die hunderte vo Zyygli wo an dr verbyylaufe. Dä dert kennt dr Hampe sy. Dert ääne kunnt glaub dr Mario. Vorne am Egge lauft glaub grad s Grüppli vo dr Chantal dure. Dä Pierrot isch doch dä wo d Corinne sich ney kauft het… jede isch derbyy. Jede het sy Friede. Noodlebärg an dr Fasnacht. Dasch ebbe so wichtig wie s Määl in dr Määlsubbe!

umzug2

Uf was hani mi do wieder yygloh? Jo hani gseit, i bring schnäll vier Kaffi an Spalebärg zue de Pfyffer. Das heisst wieder e Viertelstund friehner ufstoh! Aber isch glych, es goht sowieso in Mutz. Damboure-Mittagässe! Bier! Kraft tangge fir die letschte 17 Stund!

Dr Himmel isch blau, derfir hän si glaub alli Ventilatore wo gits agschalte. D Larve wird bös strapaziert wo dr Zug sich in Bewegig setzt. Uf dr Wettstaibrugg ischs nit mol so schlimm – ehnter in gwüsse Gasse wo dr Wind guet durezieht. Vor dr Mäss Basel fliege einzelni Ratte fascht dervo… macht nyt, isch jo gly Pause. Ahnehöggle. D Bai dien weh und wär nit mied isch, dä isch kei rächte Fasnächtler. Es kunnt die näggschti Stammclique und macht pause… ohni Larve! Denn nomol e Stammclique… alles Zircher Ritter.
Wytergohts! Verbyy am letschte Comité-Standort in Richtig Adler. Dr geilschti Halt vo dr ganze Fasnacht. Spale, Bebbi, Seibi, Naarebaschi und Seibi Mysli uf eim Huffe. Alles Vollbluetfasnächtler. Me het sich gärn. Me nimmt eine zämme. Me diskutiert iber d Sujet. Me stoht wieder yy.

Nach em Nachtässe in dr Mägd git dr Petrus in Sache Wind denn nomol alles. Langsam duet dr Nacke weh! Aber nyt isch – es sin nur no e paar Stunde! An dr Urbanstube trifft me die Junge und die Alte und zämme gohts in Richtig Steinebärg wyter. D Lampe isch scho am Storche unde wo dr letschti Dambour sich so langsam in Bewegig setzt. E Paradelauf iber dr Märtplatz. E riesige Zug mit ebbe 260 Fasnächtler. Iberall gheersch wieder Kommentär wie „wow!“ oder „jöö die glaine“ oder „isch halt scho e grossi Clique!“. Macht scho irgendwie stolz! Spale for President!

Göttihalt am Stainebärg, denn nomol e rundi in Richtig Börse. Und wieder laufsch durch d Stroosse und dänggsch dr „schono geil!“. Jede einzelne isch nur e Teil vo dr Masse und doch gäbs die Masse nit ohni jede einzelne. E Glücksgfyyl hoch drei! Spalungge… Mutz… dert wo d Fasnacht läbt, dert triffsch au d Spale! Dert wo d Spale triffsch, dert läbt au d Fasnacht. Nomol ans Gifthüttli – die letschte dryssig Minute. E letschts Ufbäume im Todeskampf. E riiieeese Ghetto in dr Schnydergass. Jede git nomol alles. Keine interessiert s Wätter oder die druggendi Larve. Eifach nur gib ihm. Am Rümmelinsplatz steen scho ebbe 100 Zueschauer wo d Spale yytrifft… BaMa… vorwärts… marsch… drey Minute spöter ischs vieri. E grossi Träne kulleret iber d Wange. Me liggt sich in de Ärm und spändet Troscht. Es duet scho e bitzeli weh!

Alles zieht in Richtig Hotel B. Die allerletschti Bastion! Rundum het dr Stärnmarsch vo dr Stadtreinigung agfange. Räppli wärde mit em Bagger yygsammlet. D Wüschmaschine sugt d Zeedel yy. Dr Radlader schuflet Müll zämme. D Bastion stoht no immer. Kemmet eifach nit uf d Idee vor em säggsi am Morge e Wüschmaschine verbyy z schigge. Löhnd uns die paar Räppli no als Adängge… Aadie Frau Fasnacht! Scheen ischs gsi!

Denn schloofsch deheim im Näscht yy und heersch es no immer pfyffe und drummle in de Ohre… de träumsch vo däm Momänt wo s Liecht abgoht… wo dr erschti Fimfer rollt… am 11. Hornig 2008 isches wieder sowyt. Kopf hoch! Isch nimm so lang!